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Wesel: Aschenkreuz - weiter aktuell
 
FOTO: Malz, Ekkehart (ema) 
Wesel. Oberstufenschüler des AVG gestalten heute in der Innenstadtkirche Mariä Himmelfahrt einen interessanten Gottesdienst zum Auftakt der Fastenzeit mit. Von Klaus Nikolei
 
 

In der Himmelfahrtkirche in der Weseler Innenstadt werden heute Morgen um kurz nach 8 Uhr ungewöhnliche Töne zu hören sein: "Es reist sich besser mit leichtem Gepäck." Der aktuelle Hit der beliebten Gruppe Silbermond in einem Gottesdienst an Aschermittwoch? "Klar, das passt doch sehr gut", sagt Lisa Höppener, Pastoralassistentin der Katholischen Kirchengemeinde St. Nikolaus. "Es geht darum, sich bewusstzumachen, was einen bedrückt und belastet und was einem den Rücken stärkt, um eine schwierige Situation zu meistern."

Mit Elftklässlern des Andreas-Vesalius-Gymnasiums sowie den beiden AVG-Religionslehrerinnen Sigrid Plottek-Lohmann und Simone Jenkner hat Lisa Höppener einen etwas anderen und zweifelsohne auch interessanten Gottesdienst zum Start in die 40-tägige Fastenzeit vorbereitet. Zu dem sind natürlich alle Gläubigen eingeladen, doch in erster Linie eben auch die Schüler des Innenstadt-Gymnasiums.

Den Kindern und Jugendlichen auf anschauliche Art und Weise den Beginn der Fastenzeit (siehe Infobox) und die Tradition des Aschenkreuzes nahe zu bringen, ist eines der Ziele des Gottesdienstes. "Das Aschenkreuz ist sichtbares Zeichen dafür, dass unser Leben vergänglich ist. Gott ruft uns zur Umkehr und dazu auf zu überlegen, was wirklich wichtig, was der Sinn des Ganzen ist", sagt die Pastoralassistentin, die mit den beiden Gymnasiallehrerinnen den Schülern die Kreuze auf die Stirn streichen wird. Die Asche stammt übrigens von verbrannten Palmzweigen von Palmsonntag 2015, die anschließend gesegnet wurden. Das Kreuz wird nicht, so ist es Tradition, abgewaschen.

Tradition ist natürlich auch, dass Gläubige in der Fastenzeit auf etwas verzichten. Meist auf Süßigkeiten, Alkohol und Tabak. Neuerdings auch auf die Beschäftigung mit Facebook, Whatsapp und Co. Und worauf verzichtet Lisa Höppener? "Auf nichts Klassisches. Ich habe mir vorgenommen, Menschen nicht vorschnell zu beurteilen, sondern vorurteilsfrei auf sie zuzugehen", sagt die junge Frau, die im Münsterland aufgewachsen ist.

Generell ist Lisa Höppener überzeugt davon, dass das Fasten etwas Gutes, Wohltuendes ist, das jeder einmal ausprobieren sollte. Denn: "Fasten bringt einen Neuanfang, bringt einen zum Nachdenken über die wirklich wichtigen Dinge im Leben."

Wer für gewisse Zeit auf etwas verzichtet, wird am Ende mit Glücksgefühlen belohnt. "Wer beispielsweise auf Schokolade verzichtet, dem wird das erste Stück zu Ostern ganz wunderbar schmecken."

Quelle: RP
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