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Wesel. „Bilder im Kopf“ entstehen jeden Tag. Wenn wir etwas lesen oder hören, wenn wir uns an Vergangenes erinnern, oder wenn wir ein Bild sehen und damit etwas verbinden. Empfindungen wie Freude, Trauer, Wut, Angst, Ekel oder Erstaunen etwa. Genau diese Grundemotionen stehen im Mittelpunkt der neuen Ausstellung, die Schüler des Andreas-Vesalius-Gymnasiums in Zusammenarbeit mit Bewohnern des Martinistifts erarbeiteten – die Schüler als Künstler, die Senioren als Modelle. Die Ergebnisse dieser generationenübergreifenden Kooperation sind seit gestern in der Cafeteria und im Verwaltungsflur des Seniorenwohnheims zu sehen.

Schon seit 2004 arbeiten Kunstkurse des Innenstadt-Gymnasiums unter der Leitung von Beate Florenz-Reul in kreativen Projekten mit Bewohnern des Martinistifts zusammen. Die aktuelle Ausstellung ist die neunte, die aus dieser Kooperation entstand. Für die Schau mit dem Titel „Bilder im Kopf“ gingen die 26 Jugendlichen des Kunst-Grundkurses diesmal aber nicht selbst in das benachbarte Altenheim, sondern banden die Foto-AG der Schule mit ein. Rieke, Lara und Pia Lorena (alle 15), besuchten die Senioren im Martinistift und hatten nicht nur ihre Kameraausrüstung, sondern auch zuvor im Internet gesuchte Fotos mit ganz unterschiedlichen Motiven mit dabei. Eine eklige Made etwa, Wale im Meer oder die beängstigende Aufnahme zweier Hände, die von unten ein Gullygitter greifen. „Mit diesen Fotos wollten wir Emotionen hervorrufen“, erklärt Rieke, der die Arbeit mit den Senioren viel Spaß machte. „Die passenden Gesichtsausdrücke hielten wir dann mit der Kamera fest.“

Nach Bearbeitung der Bilder gaben die Mädchen der Foto-AG ihre Aufnahmen anschließend an den Kunst-Grundkurs weiter. Die Schüler dort suchten sich die Fotos aus, die ihnen am besten gefielen und nutzten sie als Vorlage für ihre Acrylbilder.

Grün vor Ekel
Fünf Wochen lang arbeiteten die Kunstschüler an ihren Arbeiten, unterstrichen dabei die Emotionen in den Gesichtsausdrücken der Senioren vor allem durch die Wahl unterschiedlicher Farben. „In Bildern, die Ekel ausdrücken sollen, ist das Gesicht etwa grün gestaltet“, erklärt Aaron.

Freude auf der anderen Seite stellten die Schüler oft durch gelbe Farbe dar. Eine bunte, vielfältige und interessante Ausstellung ist auf diese Weise entstanden, bei der es aber nicht nur um die Kunstwerke an sich geht, wie Lehrerin Beate Florenz-Reul deutlich macht: „Diese Form der Zusammenarbeit ist für die Schüler eine tolle Möglichkeit, einmal über den Tellerrand hinaus zu blicken“, findet sie. „Und auch mir selbst macht das viel Spaß.“

Gabi Kowalczik

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